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Mein Trainingstagebuch

December 10, 2017

Ich möchte euch einen Einblick in das Aufbautraining für meinen Friesen Wadapatja geben. Die Auszüge, die ich in nächster Zeit poste, sind individuell auf mein Pferd bezogen und nicht einfach übertragbar. Wadapatja ist ein zehn Jahre alter Friesenwallach, der mich seit sechs Jahren begleitet. Er war längere Zeit krank und muss jetzt erst wieder aufgebaut werden. Das werden meine ersten Schritte auf diesem Weg sein:

 

  1. Aktuellen Stand ermitteln

  2. Festlegen von Zielen

  3. Trainingspläne für einen Zeitraum von zwei Monaten

  4. Fotos und/oder Kurzvideo zur Analyse und Trainingsbegleitung

  5. Aufbau einzelner Übungsstunden

 

Heute beschäftige ich mich mit der Ermittlung des aktuellen Standes. Wie ich das richtig mache und warum überhaupt, möchte ich erklären.

 

 

 

 

upps - alles eine Frage der Zielstellung

 

 

Ermittlung des aktuellen Standes

     

 

Zu Beginn ist es sinnvoll, Erkrankungen als Ursache für akute Probleme auszuschließen. In diesem Fall war es wegen einer Vorerkrankung und unterschiedlicher Auffälligkeiten im Training (Stolpern, Stürzen) notwendig. Wadapatja ist umfassend tierärztlich untersucht und es zeigen sich keine Anhaltspunkte, dass seine aktuellen Probleme auf akute Krankheiten zurückführen wären. Folgende Untersuchungen wurden durchgeführt: Röntgen - Hufe, Knie, Sprunggelenke, Halswirbelsäule, Rücken (Widerrist, Sattellage, Lendenwirbelsäule) Kopf, Neurologische Untersuchung und Blutbilder.

 

Wenn eine Krankheit ausgeschlossen ist, sollte der aktuelle körperliche Zustand des Pferdes möglichst genau ermittelt werden. Meistens reicht es dazu nicht aus, sich auf sein Auge zu verlassen. Hierzu nutze ich gerne Bilder und Videos, die es mir ermöglichen, Auffälligkeiten im Körperbau zu erkennen. Mit entsprechendem Bildmaterial fällt es leichter, den Kern des Problems zu erkennen und einen roten Faden für das Training zu entwickeln. Hier geht es nicht um Fehlersuche, sondern darum, Verständnis zu entwickeln, welche körperlichen Symptome das Pferd zeigt. Je besser dies gelingt, desto größer ist die Chance mit einem gezielten Aufbautraining das Pferd wieder fit zu bekommen.

 

Viele Verhaltensauffälligkeiten haben ihre Ursache in körperlichen Symptomen.

Das stelle ich gerade auch bei Wadapatja fest:

 

Die Arbeit in geringer Distanz (u.a.Handarbeit mit Lockerungsübungen für den Halsbereich) wird von Wadapatja mit deutlichen Abwehrreaktionen wie Beißen oder Ansatz zum Steigen quittiert. Er ist grundsätzlich ein ausgesprochen gutmütiges Pferd und gewillt, dem Menschen zu gefallen. Ich vermute daher, dass seine Abwehrreaktionen durch Schmerzen verursacht sind. Leider wird dies in vielen Fällen nicht erkannt und deshalb das eigentliche Problem im Training nicht behoben. Ähnliches Verhalten in abgeschwächter Form, z.Bsp. Schnappen, tritt häufiger bei jungen Wallachen oder Hengsten auf. Manchmal kann das als Übersprungshandlung gewertet werden. Das heißt, dass sich das Pferd in der Situation überfordert gefühlt hat. Überforderungen können leichter auftreten als man gemeinhin denkt, manchmal reicht schon ein zu geringer Abstand bei der Arbeit mit dem Pferd.

 

Doch wie erkenne ich im konkreten Fall, ob es sich um ein körperliches Problem handelt?

 

Auf den folgenden Bildern möchte ich eine Idee davon vermitteln, wie ich im Kurzverfahren recht unkompliziert einen genaueren Blick auf mein Pferd erlange.

Ich habe hierbei einfache Hilfsmittel benutzt, um das Beispiel möglichst praxistauglich zu halten. Wer sich damit genauer beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von Christine Hlauscheck „Steile Schulter, kurzer Rücken und Co“. Dort wird auch die praktische Arbeit bei Pferden mit Exterieurmängeln sehr hilfreich und anschaulich erklärt.

 

 

Das ist mein zehnjähriger Friesenwallach Wadapatja 

 

 

Nach einer dreimonatigen Trainingspause durch Krankheit bedingt (Zahnproblem: Wurzelspitzenentzündung), beginnen wir jetzt wieder mit dem Antrainieren. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass seine empfindlichste Stelle das Genick ist. Er zeigt starke Fehlspannungen in diesem Bereich, einschließlich der Halsmuskulatur.

Die eingezeichneten Linien dienen dazu, um einige seiner Probleme deutlicher darstellen zu können.

 

Die rote Linie zeigt, dass seine Wirbelsäule zu stark abgesackt ist. Einen deutlichen Schwung in der Sattellage hatte er schon immer, allerdings war dieser geringfügiger ausgeprägt.

Die gelbe Linie zeigt, dass die Vorderbeine nicht lotrecht stehen, sondern rückständig. Außerdem sieht man (unabhängig von der gelben Linie), dass die Zehen der Vorderhufe etwas zu lang sind.

Die blaue Linie markiert annähernd den gewünschten Verlauf des Brustbeines (Linie ist natürlich zu lang, aber so besser sichtbar).

Die hellgrüne Linie macht deutlich, wie dieser Verlauf tatsächlich aussieht.

Der dunkelgrüne Pfeil verweist auf den Bereich, in dem sich das Pferd deutlich festhält und Fehlspannungen aufweist.

 

Insgesamt zeigt sich bei Wadapatja eine verstärkte Abwärtshaltung. Das Pferd steht vermehrt im Schub und drückt auf die Vorhand. Die Bauchmuskeln zeigen sich tendenziell schlaff. Die Mähne, die früher vermehrt rechts lag, scheitelt sie sich jetzt etwa am Übergang vom zweiten zum dritten Halswirbel. Man sieht sehr schön, wie sich der gesamte Bereich vom Genick bis zu den ersten Mähnenhaaren verkrampft. Wadapatja hält sich so aufrecht und versucht damit, seinen Körper zu stabilisieren. Als Ergebnis können wir feststellen, dass das Pferd aktuell Symptome einer Trageschwäche zeigt.

 

Blick auf die Wirbelsäule

 

 

Auf diesem Bild ist zu erkennen, dass die Wirbelsäule tendenziell nach rechts geschwungen ist. Das rechte Schulterblatt erscheint prominenter und hochgezogen. 

Sein rechtes Vorderbein nutzt er als sein bevorzugtes Standbein. Hinter dem rechten Schulterblatt ist eine kleine Delle zu sehen. 

 

Das Bild vermittelt einen Eindruck davon, dass die Muskulatur das Pferdes im Rumpf links eher verkürzt und die des Halses tendenziell rechts verspannter wirkt. Die verzogenen Strukturen müssen beim Training unbedingt berücksichtigt werden, da sonst vorhandene Kompensationsbewe-gungen nicht aufgelöst werden können. Vorerst werde ich mich auf die freigängige Bewegung im Bereich des Okziput (Übergang Kopf/1.Halswirbel) konzentrieren. Ich werde später noch genauer darauf eingehen.

 

Bei der Arbeit mit Wadapatja zeigt sich, dass er Schmerzen im Genick und Halsbereich hat. Daher ist es sinnvoll, als erste Maßnahme im Training, zum Beispiel bei der Handarbeit, den Abstand zum Pferd zu vergrößern. 

 

 

Ich möchte in den nächsten Wochen einen Einblick in das Training mit Wadapatja geben. Ich schreibe es nicht als Anleitung und auch ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Erstes Ziel soll es sein,  Fehlspannungen zu erkennen und schrittweise zu reduzieren sowie Kraft und Ausdauer des Pferdes zu verbessern. Mein nächster Beitrag wird sich deshalb mit der Definition von Trainingszielen und der Planung des Trainings befassen. 

 

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