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Zahnkappen und ihre Tücken

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Zahnkappen und ihre Tücken

March 26, 2019

Bevor wir unser Pferd mit einem Trensengebiss vertraut machen und anreiten, sollte ein Fachtierarzt für Zahnheilkunde die Zähne und die gesamte Maulhöhle überprüft haben.

 

Das unsere Pferde, egal welchen Alters, eine regelmäßige Zahnkontrolle benötigen, ist den meisten geläufig. Warum es so wichtig ist, früh mit diesen Kontrollen zu beginnen, lässt sich nicht mit einem Satz erklären. Für Interessierte, die sich dazu näher informieren möchten, füge ich hier einen Link ein.

 

https://www.igfp-ev.de/infopool-fuer-pferdebesitzer/zahnprobleme/das-milchzahngebiss/

 

Meine Ausführungen beziehen sich auf einen wichtigen Aspekt in diesem Zusammenhang: Die Frage, warum gerade vor dem ersten Aufsitzen/Anreiten und der Gebissgewöhnung die Zahnkontrolle sehr entscheidend ist.

 

Der Zahnwechsel beginnt mit ca. 2,5 Jahren und erstreckt sich bis etwa zum 5. Lebensjahr.Zu dieser Zeit macht der Zahnwechsel sich bemerkbar. Die Milchzahnkappen beginnen sich zu lösen und werden abgestoßen. Das ist ein natürlicher Prozess. Wenn sich Zahnkappen lösen, verläuft dies bei jedem Pferd etwas unterschiedlich. Manchmal geschieht es unbemerkt, aber teilweise zeigen Pferde deutlich ihre Probleme.

 

Beginnen wir in diesem Zeitraum mit der Gewöhnung an ein Gebiss, kann das mit viel Glück für das Pferd folgenlos und entspannt ablaufen. Es besteht allerdings die Gefahr, dass das Gebiss ungewollt an die ersten Backenzähne gerät und sich dabei eine lockere Zahnkappe ruckartig löst. Die Zahnkappen sind groß und haben oft sehr scharfe Kanten und Spitzen, die erhebliche Verletzungen in der Maulhöhle verursachen können. In diesem Fall kann das Pferd ein echtes Trauma davon tragen.

 

 

 

Zahnkappe von unten betrachtet von einem 2,9 Jahre alten Jungpferd

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stellt sich diese Zahnkappe im Maul auf oder quer wird das Jungpferd diesen Schmerz im schlimmsten Fall sein Leben lang mit dem Gebiss und dem Anreiten verbinden. In einem solchen Fall finden gerade empfindliche Pferde nur schwer Vertrauen zum Gebiss zurück. Kommt es beim Aufsteigen oder Reiten zum Lösen der Zahnkappe, kann das Pferd durchaus in Panik geraten. Danach ist ein langer Weg nötig, um das Vertrauen des Pferdes zurück zu gewinnen. Insbesondere, wenn die Ursache dafür nicht erkannt wird, wird unerwünschtes Verhalten fälschlich mit dem Charakter des Pferdes erklärt. 

 

Tierärzte können häufig von traumatisierten Jungpferden berichten, die nach so einem Erlebnis unreitbar wurden. Deshalb sollten auch Ausbilder und Bereiter darauf Wert legen, dass vor dem Anreiten ein Check durch den Zahnarzt erfolgt. Zahnkappen können, wenn sie "dran" sind und schon im Begriff sind sich zu lockern, völlig unkompliziert entfernt werden. Weiterhin wechseln die Zähne bei manchen Pferden nicht nach Lehrbuch. Das heißt, dass zum Beispiel erst die oberen Frontzähne ausfallen können und denen dann ein entsprechend gleichartiger Gegenspieler fehlt. Dies führt zu einem Ungleichgewicht. Die oberen Zähne werden länger als normalerweise und die Kiefergelenke, Kaubewegungen, Zungenbein und der gesamte Körper geraten dadurch mit ins Ungleichgewicht.

 

Zudem gibt es noch die Wolfszähne. Unbedeutend? Nein, die sollten unbedingt entfernt werden, wenn man mit einem Trensengebiss trainieren möchte. Da das Gebiss diese kleinen unscheinbaren Genossen immer wieder berühren kann, ist es möglich, dass die Knochenhaut dadurch gereizt wird. Über einen längeren Zeitraum führt dies zu Irritationen, die für das Pferd schmerzhaft und leider auch sehr langwierig beim Ausheilen sein können. Es empfiehlt sich daher auch, die Wolfszähne ziehen zu lassen. Anschließend sollte noch einige Wochen die Arbeit ohne Gebiss erfolgen. Insbesondere wenn die Knochenhaut schon gereizt oder entzündet war. In diesem Fall sind 8 Wochen Gebissruhe erforderlich! Oft wird der Wolfszahn als absolute Kleinigkeit abgetan. Das ist er meist auch, solange er nicht von einem Trensengebiss geärgert wird.

 

Auf dem nachfolgenden Bild seht ihr Zahnkappen von meinem dreijährigen Jungpferd Vallero: Vier Backenzähne, zwei Frontzähne und dazwischen ein unscheinbarer Wolfszahn.

 

Wenn man die Zahnkappen in die Hand nimmt, stellt man sofort fest, wie scharf die Kanten sind. Man kann sich sehr leicht daran verletzen. Auf dem nächsten Bild könnt Ihr die scharfkantige Unterseite der Zahnkappen sehen.

 

 

Mit der zeitgemäßen Entfernung der Zahnkappen durch den Zahnarzt kann man also viele unnötige Probleme vermeiden. 

 

Eure Ute

 

 

 

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